Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.
Albert Einstein
REHABILITATION FÜR BLINDE UND SEHBEHINDERTE MENSCHEN
O&M – ORIENTIERUNG UND MOBILITÄT
Das Ziel einer Schulung in O&M Orientierung und Mobilität ist es, die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zu gewährleisten und sicherzustellen.
Daher haben Sie als betroffener Mensch das Recht auf eine Schulung in Orientierung und Mobilität.

Als Rehabilitationslehrerin für blinde und sehbehinderte Menschen unterstütze ich Sie bei der Beantragung, schule Sie im Umgang mit dem Blindenlangstock und den notwendigen Hilfsmitteln.
Inhalt der Schulung
In einer O&M-Schulung erlernen Sie die Grundlagen der Langstocktechnik, dazu gehören unter anderem:
Das Begehen und Erkennen von Treppen und Stufen, Rolltreppen, Rollbahnen und Aufzügen mit dem Einsatz des Blindenlangstockes.


Einsatz des Langstockes bei Hindernissen; Erkennen von verschiedenen Leitlinien wie unter anderem Bordsteinkanten und diversen Bodenbelägen
Schulung zu Umweltmustern, um diese zu erkennen, zu deuten und wiederum zur Orientierung einzusetzten.


Schulung der Sinne – wie zum Beispiel das Richtungshören, um den Verkehr einzuschätzen.
Einsatz des Restsehvermögens, ggf. auch die Schulung von Hilfsmitteln aus dem Bereich Low Vision


Sehende Begleiter- und Körperschutztechniken


Benutzung des ÖPNV Ein- und Ausstieg sowie die Orientierung im öffentlichen Verkehrsmittel
Schulung in Blindenhilfsmitteln und vieles mehr …

Wo findet die Schulung statt?
Die Schulung in Orientierung und Mobilität findet bei Ihnen vor Ort statt. In der Regel starten wir von Ihrer Haustüre aus, um die Wege des täglichen Lebens mit dem Blindenlangstock zu erarbeiten.

Je weiter die Schulung voranschreitet, können die Treffpunkte auch an anderen Orten sein, die u.a. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden bzw. zusammen mit dem Auto angefahren werden.
Die Schulung beinhaltet immer die Grundtechniken und wird weiterhin individuell an Ihre Bedürftnisse und Ihre Lebenssituation angepasst.
Antrag und Kostenübernahme
Kostenträger
Die Kosten für eine Schulung in Orientierung und Mobilität werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Rechtlich ist dies als Einweisung in den Gebrauch des Hilfsmittels (Blindenlangstock) gemäß § 33 Abs. 1 Satz 2 SGB V geregelt.

Sozialhilfe
Arbeitsamt
Bei einem Arbeitsunfall ist die BG – Berufsgenossenschaft – zuständig.
Die formale Beantragung bei der Krankenkasse übernehme ich selbstverständlich gerne für Sie.
Angaben auf der Verordnung

Bitten Sie Ihren Augenarzt um folgende Verordnungen:

a.) Schulung in Orientierung und Mobilität (Erstversorgung)
Diagnose und Visus
(Bsp.: ICD-10 Code H54.0)
b.) 2 Blindenlangstöcke
Hinweis: Die Verordnung zur Schulung in Orientierung und Mobilität geht nicht zu Lasten des Budgets des Arztes!
Sie haben einen erneuten Schulungsbedarf?
Sie haben unter anderem Anspruch auf eine Nachschulung in O&M
bei Verschlechterung des Sehvermögens
bei nicht mehr richtigem Deutenkönnen von Umweltmustern
bei unsachgemäßem Einsatz des Langstockes und damit Gefährdung der eigenen Person
Angaben auf der Folgeverordnung:

Schulung in Orientierung und Mobilität (Folgeversorgung)
Grund und Diagnose
Wie erhalte ich meinen Blindenlangstock?

Den Blindenlangstock testen Sie zu Beginn der Schulung. Hier haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Modelle von diversen Herstellern real in der Anwendung auszuprobieren.
Auch verschiedene Stockspitzen stehen Ihnen zur Verfügung.

Mein Blindenlangstock hat einen Defekt! Was nun?
Reparaturen werden schnellstmöglich bei Ihnen vor Ort erledigt. Gegebenenfalls schicke ich Ihren Langstock ein. Die entstandenen Kosten rechne ich mit Ihrem Kostenträger ab.

Meine Einsatzgebiete
Bayern: Regierungsbezirke Oberfranken, Unterfranken
Thüringen: Südlicher Wartburg-Kreis, Kreis Schmalkalden-Meinigen, Kreis Hildburghausen, südlicher Ilm-Kreis, Kreis Sonneberg, westlicher Kreis Saalfeld-Rudolfstadt
Württemberg: Nordöstliche Neckar-Odenwaldkreis, Main-Tauber-Kreis, Hohenlohe-Kreis, Schwäbisch Hall
Hessen: Kreis Fulda, südlicher Kreis Hersfeld-Rotenburg
Sie suchen einen Rehalehrer für O&M und wissen nicht, ob Sie in mein Einsatzgebiet fallen?
Gerne können wir dies in einem persönlichen Gespräch abklären.

Sie haben Fragen?

Jeder Zeit gerne – bei Fragen können Sie sich gerne an mich wenden. Sie erreichen mich unter balance@laura-wulle.de oder Sie kontaktieren mich telefonisch unter 0151 28953625
Wer mit dem Herzen handelt,
verleiht den Dingen erst ihren wahren Wert.
Fortbildungen für Einrichtungen und Institutionen
Empathie durch Selbsterfahrung – Wie sieht Pflege aus, wenn man nichts sieht?
In der alltäglichen Pflege von blinden und sehbehinderten Menschen stoßen herkömmliche Routinen schnell an ihre Grenzen.
Doch wie fühlt es sich eigentlich an, auf Hilfe angewiesen zu sein, wenn das Augenlicht fehlt?
Was braucht es, um Sicherheit und Selbstständigkeit zu bewahren?
Die Fortbildung geht über theoretisches Wissen hinaus:
Durch gezielte Selbsterfahrung im Eigenversuch versetzen
sich Pflegefachkräfte direkt in die Lage ihrer Patienten
und Bewohner.

Was erwartet Sie in dieser Fortbildung?
Das Frühstück unter der Augenbinde:
Erleben Sie hautnah, welche Herausforderungen bei der Nahrungsaufnahme entstehen.
Wie orientiert man sich auf dem Teller?
Welche Kommunikations- und Hilfestellungen sind wirklich nützlich – und welche überfordern?
Lernen an Modulkisten:
Über speziell entwickelte Übungs- und Erlebnismodule greifen Sie unter der Simulationsbrille und Augenbinde Alltagssituationen auf. Durch das taktile Handeln ohne visuellen Input wird erlebbar, wie wichtig Struktur, Ordnung und klare Ansagen sind.
Praxisnahe Tipps & Reha-Standards:
Übersetzung der Selbsterfahrung in konkrete Handlungsoptionen für den Pflegealltag (z. B. Raumgestaltung, Führtechniken, Kommunikationsregeln).
Ihr Nutzen für den Pflegealltag
Mehr Sicherheit im Umgang: Ängste und Unsicherheiten auf beiden Seiten abbauen.
Echte Empathie: Abläufe aus der Perspektive der Betroffenen verstehen und anpassen.
Effizientere Abläufe: Durch gezielte Handgriffe Selbstständigkeit fördern statt Zeit zu verlieren.
Gut wird eine Tat erst dann,
wenn das Herz die Hand führt.

In der Pflege blinder und sehbehinderter Menschen braucht es
Herz und Fachwissen. Geben Sie Ihrem Team die Chance,
Pflege neu zu spüren. Eine Einladung an die Menschlichkeit.
Herzlichst Laura Wulle