REHABILITATION FÜR BLINDE UND SEHBEHINDERTE MENSCHEN

Das Ziel einer Schulung in O&M Orientierung und Mobilität ist es, die Teilhabe am sozialen und beruflichen Leben zu gewährleisten und sicherzustellen.

Daher haben Sie als betroffener Mensch das Recht auf eine Schulung in Orientierung und Mobilität.

Als Rehabilitationslehrerin für blinde und sehbehinderte Menschen unterstütze ich Sie bei der Beantragung, schule Sie im Umgang mit dem Blindenlangstock und den notwendigen Hilfsmitteln.

In einer O&M-Schulung erlernen Sie die Grundlagen der Langstocktechnik, dazu gehören unter anderem:

Einsatz des Langstockes bei Hindernissen; Erkennen von verschiedenen Leitlinien wie unter anderem Bordsteinkanten und diversen Bodenbelägen

Einsatz des Restsehvermögens, ggf. auch die Schulung von Hilfsmitteln aus dem Bereich Low Vision

Sehende Begleiter- und Körperschutztechniken

Die Schulung in Orientierung und Mobilität findet bei Ihnen vor Ort statt. In der Regel starten wir von Ihrer Haustüre aus, um die Wege des täglichen Lebens mit dem Blindenlangstock zu erarbeiten.

Je weiter die Schulung voranschreitet, können die Treffpunkte auch an anderen Orten sein, die u.a. mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden bzw. zusammen mit dem Auto angefahren werden.

Die Schulung beinhaltet immer die Grundtechniken und wird weiterhin individuell an Ihre Bedürftnisse und Ihre Lebenssituation angepasst.

Kostenträger

Die Kosten für eine Schulung in Orientierung und Mobilität werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Rechtlich ist dies als Einweisung in den Gebrauch des Hilfsmittels (Blindenlangstock) gemäß § 33 Abs. 1 Satz 2 SGB V geregelt.

Sozialhilfe

Arbeitsamt

Bei einem Arbeitsunfall ist die BG – Berufsgenossenschaft – zuständig.

Bitten Sie Ihren Augenarzt um folgende Verordnungen:

Diagnose und Visus

(Bsp.: ICD-10 Code H54.0)

b.) 2 Blindenlangstöcke

Hinweis: Die Verordnung zur Schulung in Orientierung und Mobilität geht nicht zu Lasten des Budgets des Arztes!

Sie haben unter anderem Anspruch auf eine Nachschulung in O&M

bei Verschlechterung des Sehvermögens

bei nicht mehr richtigem Deutenkönnen von Umweltmustern

bei unsachgemäßem Einsatz des Langstockes und damit Gefährdung der eigenen Person

Grund und Diagnose

Den Blindenlangstock testen Sie zu Beginn der Schulung. Hier haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Modelle von diversen Herstellern real in der Anwendung auszuprobieren.

Auch verschiedene Stockspitzen stehen Ihnen zur Verfügung.

Reparaturen werden schnellstmöglich bei Ihnen vor Ort erledigt. Gegebenenfalls schicke ich Ihren Langstock ein. Die entstandenen Kosten rechne ich mit Ihrem Kostenträger ab.

Sie suchen einen Rehalehrer für O&M und wissen nicht, ob Sie in mein Einsatzgebiet fallen?

Gerne können wir dies in einem persönlichen Gespräch abklären.

Fortbildungen für Einrichtungen und Institutionen

Empathie durch Selbsterfahrung – Wie sieht Pflege aus, wenn man nichts sieht?

In der alltäglichen Pflege von blinden und sehbehinderten Menschen stoßen herkömmliche Routinen schnell an ihre Grenzen.

Doch wie fühlt es sich eigentlich an, auf Hilfe angewiesen zu sein, wenn das Augenlicht fehlt?

Was braucht es, um Sicherheit und Selbstständigkeit zu bewahren?

Die Fortbildung geht über theoretisches Wissen hinaus:

Durch gezielte Selbsterfahrung im Eigenversuch versetzen

sich Pflegefachkräfte direkt in die Lage ihrer Patienten

und Bewohner.

Das Frühstück unter der Augenbinde:

Erleben Sie hautnah, welche Herausforderungen bei der Nahrungsaufnahme entstehen.

Wie orientiert man sich auf dem Teller?

Welche Kommunikations- und Hilfestellungen sind wirklich nützlich – und welche überfordern?

Lernen an Modulkisten:

Über speziell entwickelte Übungs- und Erlebnismodule greifen Sie unter der Simulationsbrille und Augenbinde Alltagssituationen auf. Durch das taktile Handeln ohne visuellen Input wird erlebbar, wie wichtig Struktur, Ordnung und klare Ansagen sind.

Praxisnahe Tipps & Reha-Standards:

Übersetzung der Selbsterfahrung in konkrete Handlungsoptionen für den Pflegealltag (z. B. Raumgestaltung, Führtechniken, Kommunikationsregeln).

Mehr Sicherheit im Umgang: Ängste und Unsicherheiten auf beiden Seiten abbauen.

Echte Empathie: Abläufe aus der Perspektive der Betroffenen verstehen und anpassen.

Effizientere Abläufe: Durch gezielte Handgriffe Selbstständigkeit fördern statt Zeit zu verlieren.

In der Pflege blinder und sehbehinderter Menschen braucht es

Herz und Fachwissen. Geben Sie Ihrem Team die Chance,

Pflege neu zu spüren. Eine Einladung an die Menschlichkeit.

Herzlichst Laura Wulle